Sommer

Jeweils am ersten Mai treffen sich die schießsportinteressierten Kameraden unserer Kompanie zu den Pokalwettbewerben. Auf dem Schießstand des Hauptvereins am Vogelsangerweg werden mit Luftgewehren Pokale auf dem Flachstand ausgeschossen. Es gibt spannende Wettbewerbe unter uns  Gelegenheitsschützen! Gleichzeitig ist es auch ein kleines Training, um bei den Schießwettbewerben im Hauptverein nicht ganz ohne Chancen zu sein. Unsere Jungschützen erreichen hier stets Top-Ergebnisse.

Tja, und dann ist es bald so weit. Jeder Kamerad freut sich auf das Derendorfer Schützen- und Volksfest mit Kirmes. Das Wochenende zum ersten Sonntag im Juli ist seit Jahren bereits als fester Termin eines jeden eingefleischten Schützenkameraden im Kalender eingetragen.

Die erforderlichen Vorbereitungen werden vom Vorstand des Hauptvereins getroffen. Der bereits ein Wochenende vorher stattfindende Generalappell soll uns auf das "Fest der Schützen" einstimmen. Ein gemütliches "Schützenfamilientreffen", mit Spiel, Spaß, Kaffee und Kuchen, Grillen usw. Natürlich sind auch Gäste herzlich willkommen. Es muss unbedingt erwähnt werden, dass die hier eingenommenen Geldbeträge der Derendorfer Bürgerhilfe für karitative Zwecke zur Verfügung gestellt werden.

Zu diesem Termin werden auch bereits Wertmarken für die zum Schützenfest erforderlichen Getränke bestellt und gekauft. Für unsere Gesellschaft ist zu erwähnen, dass jeder am Schützenfest teilnehmende Kamerad zunächst mit 50 Getränkemarken zur Kasse gebeten wird. Hierfür kann er dann mit seiner Partnerin und evtl. Kindern bis zum Verbrauch aller bei unserer Wirtschaftskommission abgegebenen Marken bei den Getränken zugreifen. Meist reichen die Marken nicht ganz bis zum Abschluss der Kirmestage, so dass man anteilig am eigenen Konsum einen Obolus nachzahlt.

Und wer kann schon sagen, sofern eine Partnerin mit feiert  dass man für weniger als 15 € pro Person und Tag sein "Bierchen" trinken kann. Geben Sie doch irgendwo mal 'ne Runde im kleinen Rahmen; schon sind Sie den Betrag los.

Wenn dat Trömmelche jeht, ist es dann am Freitag soweit. Es beginnt unser 4tägiges Schützenfest. Nach einem kurzen Marsch zum ökumenischen Gottesdienst in einer im Einzugsbereich liegenden Kirche geht es zur Auftaktveranstaltung in unser Schützenzelt.

Das Zelt bauen wir auf dem vereinseigenen Schützen-  und Kirmesplatz am Vogelsanger Weg 49 in Düsseldorf auf. Während die Platzkommission des Hauptvorstandes für die Aufstellung der Kirmes verantwortlich zeichnet, hat die Festkommission in Verbindung mit dem Zeltwirt für die Ausschmückung und Bestuhlung in dem Zelt  gesorgt.

Die Auftaktveranstaltung ist als reine Unterhaltungsveranstaltung anzusehen. Es soll nicht unbedingt ein Rahmenprogramm mit und über uns Schützen sein, sondern viele Gäste anlocken und ihnen Freude bereiten.

Samstags treffen wir Stephanusschützen uns traditionell zum Mittagessen. In gemütlicher Runde mit passiven Kameraden und Gästen bereiten wir uns auf den Samstag-Schützenzug vor, bei dem die Serenade vor dem aktuellen Schützenkönig stattfindet. Nach dem Einzug in die Schützenhalle beginnt auch schon bald das Schießen auf den Königs-, Ehren- und Preisvogel. Anhand nummerierter Schießkarten, die Reihenfolge wurde bereits einige Wochen vor Schützenfest festgelegt bzw. ausgelost, hat nunmehr jedes der ca. 400 aktiven Mitglieder des Derendorfer Schützenvereins die Möglichkeit die Holzvögel mit gekonntem Schuss zu "rupfen“.
Dies nennt man dann in der Schützensprache: "Ein Pfand geschossen". Für ein geschossenes Pfand erhält der jeweilige Schütze einen Orden bzw. Preis.

Jeder kann sich wohl denken, dass man bei der Menge an Schützen lediglich drei bis vier Mal die Möglichkeit hat, an Schützenfest ein Pfand zu erringen. Um so mehr freut man sich, wenn dies dann auch mal geschieht. Hier sei erwähnt, dass das Schießen nur an Generalappell , am Schützenfest-samstag und am -sonntag jeweils nach dem Schützenzug für ca. 3-4 Stunden stattfindet.
Ansonsten wartet man auf den Programmablauf, der ab Samstag natürlich mehr den Schützen gewidmet ist, seien es Ehrungen, Auszeichnungen oder ähnliches, oder man pflegt das gemütliche Beisammensein in dem Schützenzelt  bzw. am Pavillon davor.
Sonntags geht der große Festzug durch Derendorfs Straßen. Obwohl wir von der Gesellschaft St. Stephanus an allen Tagen in unserer Gala Uniform - schwarze Jacke, weiße Hose, weiße Fliege, Zylinder mit grünem Kränzchen - marschieren, kommt an diesem Tag das Tüpfelchen auf dem "i' dazu. Ein Blumenhorn, traditionsgemäß gesteckt mit roten und weißen Nelken, verschönert zur Freude der Zuschauer unseren Festzug.
Höhepunkt bei dem Sonntagsfestzug ist natürlich die Parade vor dem Derendorfer Regimentskönig auf der Barbarastraße. Zwar marschieren wir nicht im Stechschritt, wir versuchen aber exakt in Reih und Glied bei dem König, dem Vorstand sowie den anwesenden Ehrengästen einen guten Eindruck zu erwecken. Das dies gelingt zeigt uns der nach der Parade erfolgte Applaus. Bei dem Festumzug werden wir regelmäßig von Schützen aus befreundeten Regimentern anderer Stadtteile oder bürgerlichen Vereinigungen verstärkt.
Nach einer kurzen Stärkung mit Schnittchen und dem ein oder anderen Kühlen geht es nach der Pause weiter zum Kirmesplatz.
Wie erwähnt, wird hier das Schießen auf die Vögel fortgesetzt. Natürlich wird es dann gegen 19.00 Uhr auch spannend. Nicht nur jedes aktive Mitglied, sondern alle Gäste warten mit Spannung auf den Königsschuss.Tja, und dann warten wir auf das Klingeln des Weckers. Die nächste Nummer beginnt mit dem ersten Schuss auf die lose Platte. Nur keine Angst. Man muss nicht in den Schießstand gehen, um vorbeizuschießen. Es besteht die Möglichkeit, seine Schießkarte an einen Kameraden der eigenen Kompanie, der die Königswürde übernehmen möchte, weiterzugeben. Geregelt ist aber auch, dass der Schütze, der diese Möglichkeit nutzen möchte - leider oder Gott sei Dank – diese in dem Jahr nur einmal besitzt. Also, Spannung pur!
Dann ist natürlich auch jede Gesellschaft glücklich, so alle paar Jahre mal wieder einen Regimentskönig stellen zu dürfen. Die Freude ist riesengroß. Es bestehen aber auch Verpflichtungen, wie man sich denken kann. Aber darüber sollte man mit denen reden, die es schon gewesen sind. Die einen sagen mehr Zeit als Geld, die andern sehen es genau umgekehrt. Doch wie bereits erwähnt man muss ja nicht.

Kirmesmontag haben wir zunächst den Tag für die Gesellschaft. Besondere oder aber auch keine Gründe, den Tag im Kreise der Stephanuskameraden zu begehen, gibt es immer wieder.

Erst gegen 18.00 Uhr trifft man sich zur Parade vor dem neuen König. Anschließend dann der Krönungsball. Nach Zapfenstreich und Feuerwerk lässt man das Schützenfest langsam ausklingen.

Denkste ! Dienstagabend treffen wir uns noch einmal, diesmal in Zivil und lassen die Schützenfesttage im gemütlichen lockeren Rahmen ein bisschen Revue passieren. Am selben Abend finden dann aber auch die "Bestrafungen" statt. Jeder der sich die Kirmestage daneben benommen hat und das war wohl jeder bekommt sein Fett weg.

Fast hätte ich vergessen, auf die jährlich zum Schützenfest erscheinende Festschrift hinzuweisen. Hier wird selbstverständlich zuerst auf die Aktivitäten des Hauptvereins hingewiesen. Aber auch jede Gesellschaft kann mit einem Bericht in der Schützenzeitung auf sich aufmerksam machen. UNsere eigenen Berichte aus der Feszeitschrift der vergangenen Jahre lassen sich hier nachlesen.